Sockenwolle: welches Garn für Socken taugt
Socken sind das einzige Strickstück, das täglich gescheuert, gedehnt und gewaschen wird. Deshalb hat sich dafür eine eigene Garnsorte durchgesetzt – mit festem Drall, hoher Lauflänge und einem Anteil Polyamid. Was hinter den Angaben 4-fädig und 6-fädig steckt, steht hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Sockengarn ist meist eine Mischung aus 75 bis 80 % Schurwolle und 20 bis 25 % Polyamid.
- Das Polyamid sitzt dort, wo gescheuert wird – es erhöht laut Herstellern die Strapazierfähigkeit an Ferse und Spitze.
- 4-fädig ist der Standard: rund 420 m je 100 g, Nadelstärke 2,5 bis 3 mm. 6-fädig ist dicker und wärmer.
- Für ein Paar bis etwa Größe 42 reicht ein 100-g-Knäuel.
- Fast alle Sockengarne sind superwash-behandelt und damit laut Hersteller maschinenwaschbar – diese Ausrüstung findet sich aber auch bei einigen Garnen für andere Projekte, etwa ggh Sportlife.
Welche Wolle für Socken? Drei Anforderungen
Ein Sockengarn muss mehr aushalten als jedes andere Garn im Schrank. Drei Eigenschaften entscheiden:
- Scheuerfestigkeit. Reine Wolle läuft an Ferse und Ballen durch, bevor der Rest Spuren zeigt. Ein Anteil Polyamid verlängert die Haltbarkeit deutlich.
- Fester Drall. Je fester das Garn gezwirnt ist, desto weniger fusselt die Oberfläche im Schuh. Weich gedrehte Pullovergarne verfilzen dort schnell.
- Waschbarkeit. Socken gehen regelmäßig in die Maschine. Deshalb ist Sockengarn fast immer superwash-behandelt, also so ausgerüstet, dass die Schuppenschicht der Wollfaser sich nicht mehr verhakt.
Baumwollgarn ist für Socken nur bedingt geeignet: Es ist nicht elastisch, leiert an der Ferse aus und wärmt wenig. Reine Alpakawolle oder Merinowolle ohne Polyamid ergibt sehr weiche, aber kurzlebige Socken – allenfalls für Hausschuhe und Bettsocken.
4-fädig, 6-fädig, 8-fädig: was die Zahl bedeutet
Die Angabe bezeichnet, aus wie vielen Einzelfäden das Garn gezwirnt ist, und damit indirekt seine Stärke. Im Handel sind drei Stufen üblich:
| Sockengarn | Lauflänge (Richtwert) | Nadelstärke | Gedacht für |
|---|---|---|---|
| 4-fädig | rund 420 m je 100 g | 2,5–3 mm | der Standard: Alltagssocken, auch in Halbschuhen |
| 6-fädig | rund 250 m je 100 g | 3–3,5 mm | dickere Socken für Stiefel und das Haus, schneller gestrickt |
| 8-fädig | rund 180 m je 100 g | 3,5–4 mm | Hausschuhe und sehr warme Wintersocken |
4-fädiges Garn liegt damit in der Garnstärke Fingering (dünn, Nadelstärke 2,25–3,25 mm), 6-fädiges mit Nadelstärke 3–3,5 mm eher im Bereich Sport – wie im Ratgeber Wolle für Anfänger erklärt, zählt dafür bei uns vorrangig die Nadelstärke, nicht die Lauflänge: Nach der Lauflänge allein (rund 250 m je 100 g) läge 6-fädiges Garn eher bei DK. Anleitungen für Socken gehen fast immer von 4-fädigem Garn aus; wer 6-fädig nimmt, braucht weniger Maschen und muss entsprechend umrechnen. Das SUPERGARNE-Garn in unserem Vergleich ist laut Hersteller 4-fädig, das Meilenweit 100 liegt nach Nadelstärke im selben Fingering-Bereich – eine Fädigkeit nennt der Hersteller dafür nicht. Ein 6-fädiges Garn führen wir derzeit nicht.
Wozu der Polyamid-Anteil gut ist
Polyamid ist eine Kunstfaser, umgangssprachlich auch Nylon genannt. Im Sockengarn hat sie eine einzige Aufgabe: Sie nimmt die Reibung auf, die sonst die Wollfaser zerstören würde. Übliche Anteile liegen zwischen 20 und 25 %. Darunter leidet die Haltbarkeit, darüber verliert das Garn den Griff und die Wärmeleistung der Wolle.
Im Vergleich zeigen beide Sockengarne das Prinzip: Lana Grossa Meilenweit 100 besteht laut Hersteller aus 80 % Schurwolle und 20 % Polyamid, das 4-fädige Garn von SUPERGARNE aus 75 % Schurwolle und 25 % Polyamid. Wer seine Socken zusätzlich an Ferse und Spitze verstärken will, strickt dort einen dünnen Beilauffaden mit – das ist die ältere Lösung desselben Problems.
Wie viel Sockenwolle für ein Paar Socken?
Für ein Paar Socken bis etwa Größe 42 reicht ein 100-g-Knäuel 4-fädiges Garn mit rund 420 m. Darüber hinaus wird es knapp:
- Größe 43 und größer oder ein langer Schaft: 120 bis 150 g einplanen, also ein zweites Knäuel.
- 6-fädiges Garn: dieselbe Socke braucht mehr Gramm, weil das Garn schwerer ist – rund 150 g.
- Kindersocken: 50 g genügen meist für ein Paar.
Wer es genau wissen will, wiegt die erste fertige Socke und verdoppelt. Die ausführliche Rechnung für andere Projekte steht im Ratgeber Wie viel Wolle brauche ich?.
Unsere Empfehlungen für Socken
Beide Garne liegen im Fingering-Bereich und unterscheiden sich vor allem im Kaufanlass – einzelnes Knäuel für ein Paar gegen Sparset für die ganze Familie:
Auch empfehlenswert
LANA GROSSA Meilenweit 100
Sockenklassiker aus 80 % Schurwolle und 20 % Polyamid mit 420 m je 100 g, laut Rezensionen für den angenehmen Griff gelobt – laut Hersteller zudem strapazierfähig an Ferse und Spitze.
Auch empfehlenswert
SUPERGARNE Sockenwolle Aktiv 4-fädig, 10 × 100 g, Made in Italy
4-fädiges Sockengarn aus 75 % Schurwolle und 25 % Polyamid mit 420 m je 100 g, in den Rezensionen vor allem für Farboptik und Qualität gelobt – als 1000-g-Set zudem günstig im Preis je 100 g.
Sockengarn richtig waschen
Superwash-behandeltes Sockengarn ist laut Hersteller meist bei 30 °C maschinenwaschbar, manche Garne auch wärmer. Zwei Dinge schonen das Gestrick trotzdem:
- Niedrige Schleuderzahl und kein Weichspüler – er legt sich auf die Faser und nimmt ihr die Elastizität.
- Liegend trocknen statt im Trockner. Die Superwash-Ausrüstung verhindert das Filzen, nicht das Verziehen.
Mehr dazu, auch zu Wollwaschgang und Pilling, steht im Ratgeber Wolle waschen und pflegen.
Fazit
Sockengarn ist der eine Fall, in dem eine Mischung aus Wolle und Kunstfaser der reinen Faser überlegen ist: Ohne Polyamid hält die Ferse nicht. Wer Alltagssocken strickt, nimmt 4-fädiges Garn mit rund 420 m je 100 g und rechnet mit einem Knäuel je Paar. Für dickere Socken ist 6-fädiges Garn die schnellere Wahl. Welche Sockengarne wir verglichen haben und wie sie abschneiden, steht im Garn-Vergleich.