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18 Antworten rund um Wolle und Garn

Von der Lauflänge auf der Banderole bis zum Wollwaschgang: Hier stehen die Fragen, die vor einem Garnkauf am häufigsten gestellt werden – kurz beantwortet und nach Themenbereich sortiert.

Wolle ist die Faser, Garn das fertig gesponnene Produkt im Knäuel. Umgangssprachlich wird beides vermischt – auf einer Banderole steht oft „Wolle", obwohl ein Garn aus Baumwolle oder einer Mischung darin liegt. Wir nennen deshalb die Faser Wolle und das Produkt im Knäuel Garn.

Die Lauflänge gibt an, wie viele Meter Garn in einem Knäuel stecken, meist bezogen auf 50 g oder 100 g. Je mehr Meter auf 100 g kommen, desto dünner ist das Garn – allerdings nur als Richtwert, denn vorrangig zählt bei uns die vom Hersteller angegebene Nadelstärke. In unserem Vergleich reicht die Spanne von 100 m je 100 g bei einer Filzwolle bis zu rund 850 m je 100 g bei einem Lace-Garn aus Kid Mohair und Seide. Mehr zur Einordnung steht im Ratgeber Wolle für Anfänger.

Die Banderole nennt eine empfohlene Nadelstärke, und die ist der beste Startpunkt. Im Vergleich reicht sie von 2,5 mm bei 4-fädigem Sockengarn über 3,5 bis 4 mm bei mittleren Garnen bis zu 8 bis 9 mm bei Filzwolle. Entscheidend bleibt die Maschenprobe: Wer fest strickt, geht eine halbe Nummer hoch, wer locker strickt, eine herunter.

Das sind englische Bezeichnungen für Garnstärken, die auch im deutschen Handel üblich sind. Von dünn zu dick: Lace, Fingering (etwa 2,25 bis 3,25 mm – das klassische Sockengarn), Sport, DK (3,5 bis 4,5 mm), Worsted (4 bis 5 mm), Aran und Bulky (ab etwa 5 mm). Der Filter „Garnstärke" auf unserer Vergleichsseite ist bis auf Aran genauso aufgebaut – dafür führt das Feld derzeit kein Garn.

Das hängt an Größe, Garnstärke und Muster – eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Als Anhaltspunkt nennt Gründl für einen Pullover in Größe 38 aus seiner Shetland-Winterwolle rund 500 g. Rechnen Sie über die Lauflänge auf der Banderole und planen Sie ein Knäuel Reserve aus derselben Partie ein. Eine ausführliche Rechnung mit mehreren Garnen steht im Ratgeber Wie viel Wolle brauche ich?.

Rechnen Sie über die Fläche und die Maschenprobe, die auf der Banderole steht. Ein Schal braucht deutlich weniger Garn als ein Pullover, für den Hersteller rund 500 g ansetzen; bei dicken Garnen mit 170 m je 100 g sind Sie schneller am Ziel als bei einem Garn mit über 400 m je 100 g. Wie viele Knäuel das sind, hängt am Knäuelgewicht – im Vergleich reicht es von 10 g bis 215 g je Knäuel. Eine Tabelle mit Anhaltswerten für mehrere Projekte steht im Ratgeber Wie viel Wolle brauche ich?.

Superwash bezeichnet eine Ausrüstung, die die Schuppenschicht der Wollfaser glättet oder versiegelt, damit sie sich beim Waschen nicht mehr verhakt. Ein so ausgerüstetes Garn filzt deutlich weniger und ist laut Hersteller meist bei 30 °C maschinenwaschbar – im Vergleich etwa ggh Sportlife aus 100 % Schurwolle. Ohne diese Ausrüstung gilt Handwäsche oder der Wollwaschgang. Mehr zur Pflege steht im Ratgeber Wolle waschen und pflegen.

Nur, wenn die Banderole es ausdrücklich erlaubt. Zwei Merinogarne im Vergleich sagen das: Lana Grossa Cool Wool Melange ist laut Hersteller waschmaschinenfest und filzfrei, Lana Gatto Baby Soft laut Hersteller bei 40 °C maschinenwaschbar. Nicht ausgerüstete Merinowolle gehört dagegen in den Wollwaschgang oder in die Handwäsche. Mehr zur Pflege steht im Ratgeber Wolle waschen und pflegen.

Die Wollfaser trägt eine Schuppenschicht. Wärme, Wasser und mechanische Bewegung stellen die Schuppen auf, sie verhaken sich ineinander, und das Gestrick zieht sich zusammen – rückgängig machen lässt sich das nicht. Genau diesen Effekt nutzt Filzwolle absichtlich: Gründl gibt für seine Filzwolle an, dass sich Gestricktes und Gehäkeltes in der Maschine filzen lässt. Was gegen versehentliches Filzen hilft, steht im Ratgeber Wolle waschen und pflegen.

Wie weich ein Garn wirkt, empfindet jeder anders – wir geben deshalb die Rezensionslage wieder statt ein Urteil. Durchgehend als weich beschrieben werden in den ausgewerteten Rezensionen die Baby Alpakawolle von Hansa-Farm, Lana Grossa Cool Merino Big, Lana Gatto Baby Soft und das Silk Mohair von Lana Gatto. Auch die Shetland-Winterwolle von Gründl wird dort häufig als flauschig weich genannt, obwohl sie zu 80 % aus Polyacryl besteht. Eine ausführlichere Einordnung für Merinogarne steht im Ratgeber Merinowolle.

An vier Angaben auf der Banderole: Faserzusammensetzung, Lauflänge je 100 g, empfohlene Nadelstärke und Pflegehinweis. Danach lohnt der Blick in die Rezensionen auf wiederkehrende Punkte – gleichmäßiger Zwirn, Knoten im Knäuel, Farbabweichungen zwischen Partien. Wie wir das zusammen gewichten, einschließlich Preis-Leistung, steht in unseren Bewertungskriterien.

Den größten Unterschied macht die Faser. In unserem Vergleich reicht die Spanne von gut vier Euro je 100 g bei einem Garn mit 20 % Wollanteil bis über fünfzig Euro je 100 g bei einem Garn aus Kid Mohair und Seide – die genauen Beträge schwanken mit dem Angebot. Dazu kommen Verarbeitung, Herkunft und Zertifizierung – und die Packungsgröße, denn Sets mit 500 oder 1000 g sind je 100 g fast immer günstiger als einzelne Knäuel.

Die Partienummer – auf der Banderole auch als Partie, Lot oder Färbepartie bezeichnet – steht für einen Färbedurchgang. Zwischen zwei Partien derselben Farbe gibt es sichtbare Abweichungen, die im fertigen Stück als Streifen auffallen. Kaufen Sie den Bedarf eines Projekts deshalb auf einmal und achten Sie auf dieselbe Nummer. Mehr zum Umgang mit Partienummern steht im Ratgeber Wolle für Anfänger.

Ein glattes, gleichmäßig gezwirntes Garn mittlerer bis kräftiger Stärke in heller Farbe, bei dem die Maschen gut zu sehen sind und sich Fehler leicht aufribbeln lassen. Flauschige Garne lassen sich dagegen kaum wieder auftrennen, und dunkle oder sehr dünne Garne machen den Anfang unnötig schwer. Eine ausführliche Anleitung mit zwei passenden Garnempfehlungen steht im Ratgeber Wolle für Anfänger.

Gefragt ist ein weiches Garn, das sich unkompliziert waschen lässt, denn ein Babystück geht häufiger in die Maschine als ein Pullover. Lana Gatto Baby Soft aus 100 % extrafeiner Merinowolle ist laut Hersteller bei 40 °C maschinenwaschbar und laut Bulletpoints Oeko-Tex-zertifiziert. Prüfen Sie bei jedem Garn die Pflegeangabe auf der Banderole.

Für Amigurumi braucht es ein festes Garn mit wenig Flausch, damit die Füllung nicht durchscheint und die Figur ihre Form hält; üblich ist Baumwolle, gehäkelt mit einer Nadel eine Nummer kleiner als angegeben. Die Amigurumi-Baumwolle von Gründl ist laut Hersteller genau dafür entwickelt und kommt als Set aus zehn Mini-Knäueln in kräftigen Farben. Rechnen Sie bei kleinen Knäueln mit häufigem Farbwechsel.

Mulesing ist ein Eingriff an Merinoschafen, der in der Wollgewinnung mancher Länder verbreitet war. „Mulesingfrei" ist die Angabe des Herstellers, dass die verarbeitete Wolle nicht aus dieser Praxis stammt. Im Vergleich weist SUPERGARNE seine Sockenwolle Aktiv laut Herstellerangabe als mulesingfrei aus; bei den übrigen Garnen findet sich dazu keine Angabe.

Das Label bescheinigt, dass der geprüfte Artikel auf Schadstoffe untersucht wurde. Über Faserherkunft, Tierhaltung oder die Umweltbilanz der Produktion sagt es nichts. Im Vergleich tragen es laut Herstellerangabe unter anderem die Shetland-Winterwolle, die Filzwolle und die Amigurumi-Baumwolle von Gründl – wer auf die Herkunft achten will, braucht zusätzlich eine Angabe wie GOTS, RWS oder mulesingfrei.