De Menas

Heute im „Im Chat“ ist Melanie von De Menas.

Melanie, bitte stell dich doch einmal kurz vor:

Ich bin Agraringenieurin, habe das Vordiplom als Architektin und habe zwei Kinder. Seit 2015 webe ich auf einem alten Lervad-Webstuhl mit Merinowolle aus Uruguay. Im Laufe der letzten Jahre kam noch ein älterer Glimakra und ein klappbarer Webstuhl aus der Manufaktur Rudi Künzl dazu. Seit 2018 leben und arbeiten meine Familie und ich in Uruguay. Dort betreiben wir eine Farm mit Schafzucht, Milchvieh und Ackerbau. Auf dieser Farm ist auch meine Web- und Färbewerkstatt. Dort werden von mir und Frauen aus der ländlichen Nachbarschaft unsere handgefärbten Garne zu herrlichen Kissen, Decken, Schals, Mützen, Taschen und vielem mehr verarbeitet.

Wie bist du zum Färben gekommen?

Alles begann mit der Liebe zu dem kleinen südamerikanischen Land Uruguay und der Begeisterung für die Arbeit mit Wolle. 2011 lernte ich durch meinen Mann Uruguay kennen und lieben. Das Leben in diesem wunderschönen Land begeisterte mich nachhaltig.

Schafhaltung war immer auch ein Thema das mein Mann und mich beruflich und privat begleitet hat, daher war es nur eine Frage der Zeit bis wir die besonderen Qualitäten der hochwertigen uruguayischen Wolle entdeckten.

Wir nahmen einige Kilo Wolle nach Deutschland mit und kamen bei der Suche nach Möglichkeiten der Verarbeitung auf das Weben am traditionellen Webstuhl. Als großer Glücksfall stellte sich heraus, dass es in der Nähe unseres Wohnortes eine der letzten Schulen für handwerkliches Weben gab. Hier konnte ich das handwerkliche Weben und Verarbeiten der Wolle erlernen.

Natürlich fing ich dann auch schnell an, die Wolle vor dem Weben von Hand zu färben. Seit Juni 2018 produzieren und leben wir in Uruguay.

Wie kamst du auf den Namen De Menas?

Der Name „de Menas“ ist eine Reminiszenz an die Vorfahren meines Mannes. Diese stellten über mehrere Generationen handgefertigte Oberbekleidung und Taschen in Europa und Uruguay her.

Wie sah dein erstes gefärbtes Garn aus?

Mein erstes gefärbtes Garn war ein mit Mate-Tee gefärbtes Dochtgarn. Es war eine große Herausforderung, da Merinowolle bei Temperatursprüngen, Bewegung oder zu wenig Wasser unglaublich schnell filzt. Mit dem ersten Garn war ich nicht wirklich zufrieden…. Aber ich war „angefixt“ und die Faszination des Handfärbens hat mich bis heute nicht losgelassen.

Wie kommst du zu den Ideen deiner Färbungen?

Das ist eine schwierige Frage….. manche Farben entstehen sehr geplant, meistens machen wir im Team dann ein Moodboard, indem eine Stimmung, ein Thema eingefangen wird und wir entscheiden, welche Farben dazu passen.

Diese Stimmungen, Themen haben direkt mit dem Land Uruguay zu tun: die Kultur der Gauchos, die Landschaft, die Tier- und Pflanzenwelt und auch das Wasser ist oft eine Inspiration.

Andere Farben entstehen dann wiederrum völlig frei, durch experimentieren mit Garnproben im Bereich zwischen 10 und 20 Gramm. Alle Abläufe werden protokolliert, damit man später in einer größeren Menge die Farbe wiederholen kann. Im Team entscheiden wir, welche Farben weiterentwickelt werden sollten.

Welche Garne und Farben nimmst du zum Färben?

Zum Färben verwende ich ausschließlich Garne aus uruguayischer Merinowolle zwischen 18,5 und 21 Mikron. Die Uruguayische Wolle ist eine der hochwertigsten Wollen weltweit. Sie zeichnet sich durch eine hohe Feinheit aus. Der Mensch empfindet Wolle mit einem Wert von mehr als 25 Mikron als kratzig. Die von mir verwendete Wolle hat in der Regel einen Mikronwert von 18-21 Mikron. Die Fein- und Weichheit dieser Wolle ähnelt der von Kaschmir- und Alpakawolle.

Auch aus tierschutzrechtlicher und ökologischer Sicht ist Wolle von Schafen aus Uruguay empfehlenswert. Schafe werden in Uruguay in deutlich kleineren Herdenverbünden gehalten als bspw. in Australien, dem größten Wollproduzenten weltweit. Hierdurch entsteht weniger Haltungsstress. Bei der Schur kommt fast ausschließlich die Tally-Hi Methode zum Einsatz. Diese ist für die Schafe schonender. Die in Australien weitverbreitete und tierschutzrechtlich abzulehnende Methode des „Mulesing“ oder des „Clip-Mulesing“ wird in Uruguay nicht angewendet.

Beim Einkauf der verwendeten Wolltops achte ich auf eine Zertifizierung nach OEKO-Tex und GOTS. Diese Zertifizierungen stellen unter anderem sicher, dass die Schafe keine Pestizidbäder erhalten, bei der Verarbeitung der Wolle keine gefährlichen Chemikalien eingesetzt werden und Umweltbelastungen entstehen. Zudem wird die tierschutzgerechte Haltung der Tiere sichergestellt. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird durch unabhängige Überwachungen sichergestellt. Die nach meinen Vorgaben gesponnenen Garne werden dann von mir und meinem Team von Hand mit pflanzlichen oder mit GOTS und OEKO-Tex zertifizierten Farben gefärbt.

Verarbeitest du deine handgefärbte Wolle auch selbst?

Ja klar :-). Wir stellen hochwertige Artikel aus Wolle in dem Bereich Wohnaccessoires, wie Kissen und Decken, sowie dem Bereich Bekleidung, wie Schals, Ponchos, Pullover etc., her. Alle unsere Produkte werden nachhaltig und fair produziert. Wir verwenden nur beste Rohstoffe und verarbeiten diese nach traditioneller Handwerkskunst, dafür verwenden wir ausschließlich Wolle aus Uruguay.

Jedes von uns erstellte Kissen, jede Decke und jedes Kleidungsstück ist ein mit viel Liebe zum Material und dem Handwerk erstelltes Unikat.


Melanie, vielen Dank für deine Zeit. Unter demenas.com bekommt ihr weitere Infos zu den tollen Produkten.

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