Das Mondschaf

Heute im „Im Chat“ ist Sabrina Gleiß von Das Mondschaf.

Frau Gleiß, bitte stellen Sie sich doch einmal kurz vor:

Wie sind Sie zum Färben gekommen?

Ich habe als Art Director in einer Werbeagentur gearbeitet, hatte also schon vorher mit Farben und Design zu tun. Nach einem Hörsturz vor 11 Jahren war ich eine Weile zur Ruhe gezwungen und habe das Stricken für mich entdeckt. Von billiger Supermarktwolle kam ich auf teurere Garne und bin im Internet auf das Färben gestoßen. Nach einigem Experimentieren bin ich schnell auf professionelle Farben umgestiegen und habe so viel produziert, dass ich es selbst gar nicht verstricken konnte. Die Garne habe ich dann auf Dawanda eingestellt, wo sie erfolgreicher waren, als ich gedacht hätte.

Wie kamen Sie auf den Namen Das Mondschaf?

Ich bin generell eher ein Nachtmensch, zu dieser Zeit kann ich meine Gedanken am besten ordnen und in Ruhe arbeiten, ohne von Telefonaten/Nachrichten oder ähnlichem abgelenkt zu werden. Außerdem hat mich das Weltall schon immer fasziniert (deshalb sind auch alle meine Wollqualitäten nach Sternbildern benannt) und ich finde die Idee eines Schafes im Mond (quasi das Pendant zum Mann im Mond) immer noch sehr süß.

Wie sah ihr erstes gefärbtes Garn aus?

Meine allerersten Färbungen enstanden – in Ermangelung teurer Profi-Farben – mit Ostereierfarben und waren eher pastellig gehalten. Ich habe versucht, möglichst viele Farben auf einen Strang zu packen, um zu sehen, wie sich die Farben im Zusammenspiel verhalten. Oft kam dabei ein matschiges Braun heraus und so mancher Strang landete im Mülleimer. Farben auf Wolle verhalten sich anders als ich es vom Bildschirm gewohnt war und mit der Zeit habe ich herausgefunden, wie das Zusammenspiel am besten funktioniert.

Wie kommen Sie zu den Ideen Ihrer Färbungen?

Die meisten meiner Färbungen sind inspiriert von Musik, Film, Fernsehen und Videospielen. Gerade für die jüngere Generation ist das sehr spannend. Oft halten Kunden auf einem Wollfest einen Strang in der Hand, sehen dann den Namen und freuen sich, da er z.B. nach einem Charakter ihrer Lieblingsserie benannt ist. So gibt es ganze Projekte, die nur aus  Garnen bestehen, die nach „Game of Thrones“ benannt sind.

Welche Garne und Farben nehmen Sie zum Färben?

Wir verwenden nur professionelle lichtechte und schadstofffreie Säurefarben (die so heißen, weil sie mit Zitronensäure fixiert werden). Unsere Garne erhalten wir von Spinnereien aus Italien und England. Alle Garne sind mulesingfrei, die Merinowolle stammt aus Südamerika und die Herden werden regelmäßig von unseren Zulieferern besucht, um sicherzugehen, dass die Tiere gut gehalten werden.

Verarbeiten Sie ihre handgefärbte Wolle auch selbst?

Ich verkaufe nur Wolle, die ich auch selbst verstricke. Es gibt im Fach-Handel Sockenwolle, die so kratzig ist, dass ich sie niemals an meine Füße lassen würde. Ich bin selbst ziemlich empfindlich bei Wolle und teste jedes neue Garn erst an mir selbst, bevor ich es im Shop anbiete.

Kurz nach dem Färben habe ich mit dem Spinnen angefangen, um besser zu verstehen, wie der Vorgang „vom Schaf zum Pullover“ funktioniert. So kann ich Kunden genau erklären, wie jedes unserer Garne gesponnen wird und was seine Besonderheiten sind.

Für die Messen und Märkte stricke ich vor allem Tücher, damit unsere Kunden sich unterschiedliche Farbzusammenstellungen besser vorstellen können und natürlich das verstrickte Garn fühlen können.

handgefärbte Wolle

Bildquelle: Das Mondschaf


Frau Gleiß, vielen Dank für Ihre Zeit.

Handgefärbte Wolle von Das Mondschaf findet ihr im Online-Shop: https://das-mondschaf.de

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